Wo ist die Piratenpartei?

25. Mai 2011 | 12 Kommentare

Die Piratenpartei, vor einigen Jahren vielversprechend gestartet, kommt nicht aus dem Dunkel der sonstigen Parteien heraus. Doch warum?

Nach meiner Einschätzung geht die Piratenpartei nicht genug auf die wirklichen Probleme unserer Gesellschaft ein. Ihre Kernthemen wie die informationelle Selbstbestimmung, die Verteidigung der Bürgerrechte, das Urheber- und Patentrecht und die Freiheit von Informationen, sind zwar alle samt wichtige Themen, doch sind dass im Grunde nur Luxusprobleme.

Zu den grundlegenden Fragen der Gesellschaft und Themen wie soziale Gerechtigkeit, Hartz IV, Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaftspolitik, Mindestlohn, usw., hat die Piratenpartei keine wahrnehmbare Meinung. Und da liegt das Problem. Wer Arbeitslos ist oder schlecht bezahlt wird und aufstocken muss und dass betrifft Millionen Menschen in Deutschland, hat einfach andere Sorgen. Und auf diese Sorgen und Nöte der Menschen geht die Piratenpartei nicht ein.

Und die “Besserverdiener” fühlen sich meist eh besser bei der Union oder FDP aufgehoben.

Das nächste Problem ist die Wahrnehmung. Wo ist denn die Piratenpartei? Und vor allem, wer steht für die Piratenpartei? Wo sind die Gesichter? Der Partei fehlt es an markanten Köpfen. Führungspersönlichkeiten, die die Partei in der Öffentlichkeit vertreten.

Die Piratenpartei sollte Ihr “Portfolio” an Themen schnellstens erweitern und sich Leute suchen die die Partei repräsentieren, dann klappt es auch bei den Wahlen und die Partei, der ich grundsätzlich sehr positiv gegenüberstehe, kommt aus dem Keller. Dann kann auch “Otto-Normal-Bürger” etwas mit Ihnen anfangen.

UPDATE 28.05.2011: Ebenfalls lesenswert zu diesem Thema: Die Piratenpartei: Netzaffin, zu mehr reicht es nicht? von Robert Basic!

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Kategorie: Politik

Der Autor (Author Profile)

Mein Name ist Marko Pohlisch aka Rivoid und verstehe mich als Webworker, Webdesigner & Blogger.

Beim Bloggen sind meine Hauptthemen vorwiegend Games, Apps & Software. Diese Themen greife ich in meinem eigenem Blog Rivoid Headquarter, sowie als Co-Autor bei TECH!MEDIAZ auf. Des Weiteren schreibe ich auch auf Pohlisch.de über das Themenfeld Social Media & Webdesign.

Kommentare (12)

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  1. Die Piratenpartei: Netzaffin, zu mehr reicht es nicht? | basic | 30. Mai 2011
  1. webrebell sagt:

    Ahoi,

    Wo hast du eigentlich die letzte Zeit verbracht, dass du die Erweiterungen nicht mitbekommen hast?

    Lies bitte die Erweiterungen im Parteiprogramm: http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm
    Ein Herumdoktern am Arbeitsmarkt bringt keine Veränderungen mit sich. Das System bedarf einer radikalen Wende und das kann nicht allein mit Modellen wie dem Mindestlohn oder das Schaffen von Arbeitsplätzen bewerkstelligt werden.

    Mehr Arbeitsplätze bedeutet für die Wirtschaft bedauerlicherweise ein geringerer Lohn für den Einzelnen. Wird uns ja immer angekündigt. Die SPD will trotzdem Vollbeschäftigung durchsetzen. Was möglich ist, aber zu welchem Lohn?

    Wir doktoren nicht an einem menschenverachtlichen Konzepten rum, die von Grund auf falsch sind. Wir setzen ganz neu an!
    Lies die Berichte zu den Bestrebungen ein BGE oder ein vergleichbares menschliches System zu forcieren und schau dir die “Plattform”gründungen an: http://wiki.piratenpartei.de/Sozialpiraten

    Und Nein wir wollen keine Köpfe! Wir wollen mit Themen antreten und nicht mit irgendwelchen Fratzen, damit die Presse sich auf einen einzelnen Piraten stützt. Piraten, die die Partei vertreten haben wir genug auch jene die nicht (mehr) als Vorstände agieren. (Andreas Popp, Christopher Lauer, Julia Schramm, Fritz Effenberger etc.)

    Aber wenn die Medien nichts reißerisches haben worüber sie berichten könenn über eine Partei, die die 5% nicht überwunden hat, können wir nur mit Protestaktionen und radikalen Thesen Aufmerksamkeit generieren.

    just my 2 cents
    webrebell

    • xolo sagt:

      Ich habe Julia Schramm auf der NEXT Conference in Berlin auf der Bühne erlebt und sie hatte null zusagen. Gar nichts. Sie konnte berichten, dass Privatsphäre gut, aber nicht so wichtig ist, dass Datenschutz wichtig ist und dass sie nicht genau weiß, warum Facebook böse ist oder auch nicht. Ende.

  2. aloa5 sagt:

    Grundsätzlich richtig.

    Allerdings könnten sich andere wie diejenigen für Mindestlöhne, gegen Aufstocker etc. ebensogut bei den LINKEn o.ä. “aufgehoben” fühlen. Simplifizierende Phrasendrescher gibt es unter den üblichen Parteien ausreichend. Für differenzierte Betrachtungen und saubere Analysen sind die Parteien jedoch ebensowenig berühmt wir für Erfolge.
    Gerade was Mindestlöhne angeht empfehle ich einmal ein paar (u.a. die letzten paar) Artikel in meinem Blog zu lesen. Das ist nicht alles so einfach und klar wie es aus Sicht von eben diesem Otto-Normal-Arbeitslosen aussehen könnte. Allerdings taugen leider differenzierte Sichtweisen wenig für Wahlplakate und Shoutboxen. Das ist ein politisches Dilemma. Erfolge haben diejenigen welche simple Botschaften und die am Besten auch noch möglichst extreme und extrem laut herüber bringen können.

    Unser politisches System krankt an populistischer 4-Jahres-Phrasendrescherei.

    Grüße
    ALOA

    • Rivoid sagt:

      Unser politisches System krankt an populistischer 4-Jahres-Phrasendrescherei.

      Da hast Du allerdings Recht!

    • nörgel sagt:

      “Erfolge haben diejenigen welche simple Botschaften und die am Besten auch noch möglichst extreme und extrem laut herüber bringen können.”

      Wo machen Grüne, CDU oder SPD das denn? Die sind doch alle superseriös und pragmatisch. Höchstens die FDP will immer unrealistisch Steuern senken und blos keinen Mindestlohn, und die Linke Steuern erhöhen und unbedingt einen Mindestlohn. Die Piraten wollen also im Großen und Ganzen genau das gleiche wie CDU und SPD und FDP und Grüne, aber dazu noch etwas mehr Datenschutz? Wow, das muss ich unbedingt wählen, endlich mal was ganz anderes als der übliche Trott.

  3. Rivoid sagt:

    @webrebell:
    Das Problem ist doch aber, dass niemand etwas von den Erweiterungen mitbekommt. Der größte Teil der Menschen wühlt sich nicht durch Parteiprogramme. Ich finde ein BGE durchaus erstrebenswert, doch auch hier, wer bekommt davon etwas mit?

    Es ist durchaus eine noble Idee mit Themen und nicht mit Köpfen punkten zu wollen, nur ohne Köpfe wird die breite Masse nichts von den Themen mitbekommen. Gerade bei BGE könnte man, wenn man es der Bevölkerung nur medial gut vermittelt, punkten, da immer mehr die Nase voll haben von dem bestehendem System. Doch auch hier fehlt das Sprachrohr.

    • webrebell sagt:

      Also dass wir auf Demos gegen Hartz4 bzw. für ein besseres Sozialsystem Flagge zeigen, wie auch deutlich auf ProBGE-Demos vorzufinden sind, reicht offenbar nicht aus.

      Wir könnten auch die asozialen Arbeitsämter in die Luft jagen mit einem Bekennerschreiben (Gegen Hartz4 Pro BGE etc.) , dass wir menschenverachtende Systeme bekämpfen werden. Gesellschaftliche Aufmerksamkeit wäre uns gewissen. Aber meinst du das ist der richtige Weg? Ich denke nicht.

      • webrebell sagt:

        Zu den Demos:
        Dass wir nicht wahrgenommen werden von Leuten die nicht auf den Veranstaltungen sind, liegt meiner Meinung nach in erster Linie daran, dass die mediale Präsenz von den Medien selbst vermieden wird. (z.B. eine Kamera schwenkt weg wenn zufällig eine Piratenflagge ins Bild rutscht, hab ich bei antiatomkraft demos wie auch anderen Protestbewegungen feststellen dürfen.)

      • Rivoid sagt:

        Das ist sicher nicht der richtige Weg. Nur sollte eine größere Vernetzung mit der Presse statt finden und die sieht nun mal lieber Gesichter. Und nebenbei ich auch. Menschen können Vertrauen schaffen. Und Wähler brauchen Vertrauen in die Partei die sie wählen. Gerade jetzt, wo sie von den großen “Volksparteien” enttäuscht worden sind.

      • nörgel sagt:

        Also bei mir kam immer nur an: BGE unerwünscht/”unrealistisch”/”habenwirgarnichtsobeschlossen”. Eigentlich bischen unfair, dann damit Stimmen fischen zu gehen bei BGE-Anhängern.

        Und “besseres Sozialsystem, ja wer will das nicht… haben glaubich alle im Programm, kein Alleinstellungsmerkmal. Die anderen haben sogar Experten dafür.

  4. korbinian sagt:

    @webrebell ich halte dieses themen statt föpfe für vollkommen naiv. wenn wir unsere themen kommuniziert bekommen wollen müssen wir diese mit köpfen kombinieren. einfach nur ein gutes programm zu haben reicht nicht aus. auf die bösen medien zu schimpfen weil sie uns nicht erwähnen is auch ganz schön naiv – daran sind wir schon selbst schuld. wir müssen halt auch berichtenswertes bringen. bei der spackeria hat man ja gesehen dass sich die medien gerne auf was stürzen wenn es einen neuigkeitwert hat.

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